Etablierung einer lebendigen Feedbackkultur mit 360 Grad Feedback

Immer wieder treten Interessenten und Kunden mit der Frage an uns heran, wie sie eine lebendige Feedbackkultur in Ihrem Unternehmen implementieren können. Teilweise wird bereits mit Feedbackinstrumenten gearbeitet, doch in vielen Fällen hat selbst der erste Einsatz von Feedbackinstrumenten zu keiner gelebten Feedbackkultur geführt. In diesem Beitrag möchten wir auf Erfolgsfaktoren eingehen, die unserer Erfahrung nach schneller und nachhaltiger zu einer echten Feedbackkultur führen können. Letztlich geht es dabei auch um unsere Überzeugung, dass Mitarbeiter heutzutage nur dann langfristig motiviert und an ein Unternehmen gebunden werden können, wenn sie regelmäßig individuelles Feedback erhalten. Gleichzeitig spielt die konkrete Gestaltung der Folgeprozesse eine zentrale Rolle, da gerade bei jüngeren Generationen oftmals eine große Unsicherheit vorhanden ist.

360 Grad Feedback für alle?

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist unserer Erfahrung nach die Zielgruppe der eingesetzten Feedbackinstrumente. Dementsprechend kann eine gelebte Feedbackkultur nur dann entstehen, wenn alle Mitarbeiter als Zielgruppe der Feedbackinstrumente berücksichtigt werden. In vielen Fällen werden Feedbackinstrumente wie 360 Grad Feedback oder auch klassisches Führungskräftefeedback lediglich für Führungskräfte angeboten. Was spricht dagegen, dass alle Mitarbeiter 360 Grad Feedback oder auch andere Varianten von Feedbackinstrumenten erhalten? Unserer Erfahrung nach rein gar nichts, stattdessen spricht sehr viel dafür. Viele Führungskräfte und Betriebsräte haben die Sorge, dass anonymisierte Feedbackverfahren dazu führen, dass Führungskräfte “abgewatscht” werden und die Anonymisierung zu einem “Abstrafen” führt. Diesen Bedenken kann sehr einfach entgegengewirkt werden, indem jede Person sowohl Feedback gibt als auch Feedback erhält. Es macht wenig Sinn, dass ich meiner Führungskraft oder Kollegen von mir unangemessen kritisches Feedback gebe, wenn ich selbst ebenfalls im Mittelpunkt von Feedbackprozessen stehe. Gerade 360 Grad Feedback bietet sich an, um es neben Führungskräften auch allen anderen Mitarbeitern anzubieten. Durch die verschiedenen Perspektiven dieses Feedbackinstruments erhalten die Mitarbeiter wertvolle Hinweise zur persönlichen Entwicklung und können dann beispielsweise gemeinsam mit ihrer Führungskraft einen persönlichen Entwicklungsplan ausarbeiten.

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Projektmanagement beim “360 Grad Feedback für alle”

Wir bleiben bei dem Beispiel, dass 360 Grad Feedback für alle Mitarbeiter angeboten werden soll. Projektmanagement und professionelle Ablaufplanungen sind hier unumgänglich, da es ansonsten schnell zu einem Feedback-Overload kommen kann. Schließlich erhält jeder Mitarbeiter und jede Führungskraft zahlreiche Einladungen zu zahlreichen Feedbackprozesse, so dass die zeitliche Planung entsprechend abgestimmt werden sollte. Im Idealfall werden die unterschiedlichen 360 Grad Feedbackverfahren über das gesamte Jahr verteilt durchgeführt, so dass nicht zuviele Prozesse parallel laufen und bei den Feedbackgebern keine Frustration aufgrund zu zahlreicher Feedbackprozesse auftritt. Darüber hinaus macht es umso mehr Sinn, dass die inhaltliche Gestaltung des jeweiligen 360 Grad Feedbacks individuell erfolgt. Abhängig von der individuellen Situation des jeweiligen Mitarbeiters oder der jeweiligen Führungskraft sollten starke Themenschwerpunkte gewählt werden. Dadurch werden die Fragebögen kompakter und das Feedback kann zielgerichteter und bedarfsgerechter erfolgen.

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