Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz

Mit dem Beginn eines neuen Jahres stehen Unternehmen und ihre Führungskräfte oft vor der Frage, welche Trends und Themen die HR-Landschaft maßgeblich prägen werden. In diesem Jahr rückt eine Thematik besonders in den Fokus: die mentale Gesundheit am Arbeitsplatz. Angesichts der Herausforderungen, die die Pandemie mit sich gebracht hat, ist es wichtiger denn je, ein unterstützendes und gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen. Daher haben wir mit Lara von Petersdorff, einer der Gründerinnen von Evermood und Expertin auf dem Gebiet der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz, gesprochen. In diesem Interview erfahren wir mehr über die aktuellen Entwicklungen, Herausforderungen und Lösungsansätze im Bereich der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz und wie Unternehmen dabei unterstützen können.

Über Evermood

Evermood ist die zentrale Lösung für Unternehmen, um ihren Teams DSGVO-konform und in wenigen Klicks virtuelle Live-Events, hilfreiche Übungen und vertrauliche 1-zu-1 Beratungen zur Verfügung zu stellen. Evermood bietet Organisationen qualitativ hochwertige, kostengünstige und bedarfsgerechte Unterstützung für jede Person – in jeder Lebenslage.
Vor fünf Jahren gründete Lara von Petersdorff Evermood aus dem Psychologischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität heraus und unterstützt heute Konzerne, mittelständische Unternehmen, Verwaltungen und Startups bei der Umsetzung von modernen und nachhaltigen Personalentwicklungs- und Gesundheitsmaßnahmen. Evermood beschäftigt inzwischen mehr als 30 Mitarbeitende und gewann im September 2022 auf dem Personalmanagementkongress den HR Start-up Award.

HRinstruments:
Wie bist du dazu gekommen, dich auf die Entwicklung von einer Software für das Mitarbeiterwohlbefinden zu konzentrieren?

Lara: Mein Mitgründer Marvin und ich waren von Beginn an motiviert, den Arbeitsplatz zu einem glücklicheren und gesünderen Ort zu machen. Die Idee für Evermood kam aus der Erkenntnis, dass die allermeisten Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung leider kaum genutzt werden, weil sie z.B. nicht niederschwellig oder zielgruppenspezifisch genug sind. Wir sahen, dass gerade klassische Methoden wie Seelsorge Hotlines zu kurz greifen und wir wollten eine Lösung anbieten, die über traditionelle EAPs hinausgeht und sowohl präventiv als auch integrativ ist.

HR Trend 2024 – Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz 

HRinstruments:
Inwiefern habt ihr bei Evermood beobachtet, dass sich der Fokus von Unternehmen in Bezug auf mentale Gesundheit am Arbeitsplazt im Laufe der Zeit geändert hat?

Lara: Die vergangenen Jahre, insbesondere während und nach der Corona-Pandemie, haben viele Unternehmen dazu gebracht, die mentale Gesundheit ihrer Belegschaft ernster zu nehmen. Wir beobachten, dass immer mehr Unternehmen erkennen, dass das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden direkt mit der Produktivität und dem allgemeinen Unternehmenserfolg verbunden ist. Der Trend geht weg von reaktiven Maßnahmen, wie EAP-Hotlines, hin zu proaktiveren, präventiven ganzheitlichen Ansätzen, die ganz individuell auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden abgestimmt sind – sei es spezielle Angebote für Azubis, Eltern, Frauen, Männer oder die Altersgruppe 50+.

HRinstruments: Was würdest du einer Firma raten, die noch wenig im Bereich mentale Gesundheit anbietet und auch wenig Ressourcen dafür hat?

Lara: Der erste und wichtigste Schritt ist aus meiner Sicht, die Kompetenzen der Führungskräfte zu stärken. Bevor Sensibilisierungskampagnen ins Leben gerufen werden oder Geld für Gesundheitsförderung investiert wird, sollten Unternehmen sicherstellen, dass Führungskräfte wissen, wie sie z.B. psychische Belastungen im Team erkennen, wie sie Fürsorgegespräche führen oder Konflikte im Team moderieren und schlichten. Meiner Erfahrung nach funktioniert besonders gut das Zusammenspiel aus verpflichtenden Schulungen und der Bereitstellung von kurzen Videos zur schnellen Wissensvermittlung, egal bei welcher Herausforderung.

HRinstruments: Könntest du uns einen Überblick über die wichtigsten Funktionen eurer Software geben? Wie trägt eure Software dazu bei, die mentalen Gesundheit der Mitarbeitenden zu fördern?

Lara: Evermood vereint drei Hauptfunktionen, die darauf abzielen, das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu fördern: virtuelle Live-Events, eine umfangreiche Mediathek und professionelle 1-zu-1 Beratung. Diese Funktionen sind darauf ausgerichtet, Mitarbeitende in allen Aspekten ihres Wohlbefindens zu unterstützen – von der persönlichen und beruflichen Entwicklung über private Anliegen wie Elternschaft oder Pflege von Angehörigen bis hin zur Bewältigung von Stress und emotionalen Herausforderungen. Die Flexibilität und Integration der Plattform ermöglichen es Unternehmen, ein maßgeschneidertes Wohlfühlprogramm zu erstellen, das auf die spezifischen Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden zugeschnitten ist. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Lösungen leicht zugänglich und benutzerfreundlich sind, um eine möglichst hohe Akzeptanz und Wirksamkeit zu gewährleisten.

Verbindung zwischen mentaler Gesundheit am Arbeitsplatz und Produktivität

HRinstruments: Gibt es Forschungsergebnisse oder Fallstudien, die die positive Verbindung zwischen mentaler Gesundheit und Unternehmensleistung unterstreichen?

Lara: Ja, es gibt mehrere Studien, die belegen, dass Investitionen in die mentale Gesundheit der Mitarbeitenden zu einer höheren Produktivität, geringeren Fehlzeiten und einer allgemein verbesserten Unternehmensleistung führen. Eine Studie der WHO zeigt, dass jeder in die mentale Gesundheit investierte Dollar 4 Dollar in verbesserter Gesundheit und Produktivität zurückbringt. Außerdem kommen zahlreiche Studien zu dem Ergebnis, dass eine schlechte mentale Gesundheit mit einer signifikant geringeren Produktivität einhergeht. Diese und andere Forschungsergebnisse unterstreichen die Bedeutung von mentaler Gesundheit am Arbeitsplatz und dienen als starke Argumente für Unternehmen, in dieses wichtige Thema zu investieren.

HRinstruments: Warum ist die langfristige Investition in die mentale Gesundheit der Mitarbeiter eine strategisch kluge Entscheidung für Unternehmen?

Lara: Langfristige Investitionen in die mentale Gesundheit der Mitarbeitenden fördern nicht nur ein gesundes und zufriedenes Arbeitsumfeld, sondern tragen auch zur Resilienz des Unternehmens bei. Unternehmen, die in das Wohlbefinden ihrer Beschäftigten investieren, profitieren von einer stärkeren Mitarbeiterbindung, was wiederum zu einer geringeren Fluktuation und den damit verbundenen Kosten führt. Zudem fördern gesunde Mitarbeitende die Innovationskraft, Produktivität und Kreativität, was essentiell für das Wachstum und den langfristigen Erfolg eines Unternehmens ist

Best Practices für die Implementierung von Evermood

HRinstruments: Hast du ein Best Practice Beispiel von einem Unternehmen, das eure Software erfolgreich implementiert hat?

Lara: Wir betreuen mittlerweile knapp 200 Organisationen und es sind immer wieder die gleichen Dinge, die eine erfolgreiche Implementierung ausmachen:

  1. Der Zugang zum Angebot muss maximal niederschwellig und anonym sein – das heißt kein Login, keine personenbezogenen Daten.
  2. Es braucht zielgruppenspezifische und kontinuierliche, kurze Formate, die sich ohne Aufwand in den Alltag integrieren lassen.
  3. Der Erfolg steht und fällt mit einer gelungenen kommunikativen Begleitung. Hier braucht es regelmäßige und kreative Aufhänger und Impulse, die den Unterschied machen.

Die Nutzung der Daten muss in Echtzeit ausgewertet werden. Nur so ist man agil und kann schnell auf Trends und Bedarfe reagieren.

HRinstruments: Vielen Dank für das Gespräch Lara. Möchtest du uns abschließend noch etwas mitgeben?

Lara: Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz ist schon lange kein nice-to-have mehr, sondern eine Notwendigkeit für moderne Unternehmen, die in der Zukunft bestehen wollen. Bei Evermood glauben wir, dass jeder Schritt hin zu einem offeneren Umgang mit mentaler Gesundheit ein Schritt in die richtige Richtung ist. Fangt noch heute an, denn das Wohlbefinden deiner Mitarbeitenden ist die Basis für den Erfolg deines Unternehmens.

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